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Collegium Bohemicum

Gemeinsame Exkursion nach Dresden

An der Exkursion haben Schüler aus den Schulen aus Chomutov,Krupka,Louny und Usti nad Labem teilgenommen.

27.07.2011 14:39, gelesen 299x | Zurück zu den News
Sechzig Mittelschüler aus Chomutov /Komotau, Krupka /Graupen, Louny /Laun und Ústí nad Labem /Aussig brachen am Donnerstag, den 23. Juni, zusammen mit ihren Lehrern sowie Mitarbeitern des Projekts „Schule der demokratischen Erziehung“ nach Dresden auf. Eingeladen hatte sie, durch Vermittlung der Europäischen Bewegung in Sachsen, Frau Andrea Dombois, die erste Vizepräsidentin des sächsischen Landtags. In dem modernen Gebäude der Volksvertretung im historischen Zentrum der Stadt unweit der Elbe wurden die Gymnasiasten aus Nordböhmen und ihre Begleiter von einem Vertreter der Europäischen Bewegung Herrn Wolfgang Rausch und von studentischen Volontären, die im Landtag Besucher betreuen, begrüsst. Nach einer kurzen Einführung in die föderativen Grundsätze, nach denen alle deutschen Bundesländer eine breite Selbstverwaltung geniessen, betraten wir den Plenarsaal, einen hellen Raum mit Glaswänden auf allen Seiten, in dem ein Teil der parlamentarischen Aktivitäten stattfindet. Die Schüler konnten die Sitze der Abgeordneten einnehmen, welche in der betreffenden Woche in Ausschüssen tagten und so den Plenarsaal für Besuchergruppen freimachten. Die studentischen Fremdenführer machten uns mit den Prinzipien der Arbeit des Landtags bekannt, wobei sie betonten, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung die grösstmögliche Transparenz der Arbeit der Volksvertreter bei der Vorbereitung von Gesetzen fordert. Das spiegelt sich auch in der baulichen Gestaltung des Plenarsaals wider, der aus allen Himmelsrichtungen von außen einsehbar ist.

Vom Schauplatz der wichtigsten Debatten unter den Abgeordneten begaben wir uns in das „Hinterzimmer“ des Parlaments, ein älteres und geräumiges Gebäude, das direkt an den repräsentativen Neubau anschliesst. In dem gründlich rekonstruierten Altbau befinden sich die Abgeordnetenbüros, die Säle, in denen die parlamentarischen Ausschüsse tagen, sowie die Räume, in denen einzelne Fraktionen beraten. Der grösste dieser Räume gehört der grössten Fraktion, nämlich den Abgeordneten der Christlich-demokratischen Union (CDU). Dort wurden wir von einer von ihnen, Andrea Dombois, begrüsst, die protokolarisch die Nummer zwei im Landtag ist. Sie wurde von Heiko Kosel von der Fraktion der Linken begleitet, der als Angehöriger der slawischen Minderheit der Lausitzer Sorben seinen Namen auch Hajko Kozel schreibt und Tschechisch versteht. Beide hießen uns noch einmal im Landtag willkommen, wünschten uns guten Apetit zum Mittagessen, das inzwischen zu unserer Überraschung vom Kantinendienst serviert worden war, und bereits während des Essens beantworteten sie Fragen der Schüler und Pädagogen. Diese bezogen sich vor allem auf den Stand und die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tschechien. Darüber sind sowohl Frau Dombois als auch Herr Kosel gut informiert und engagieren sich diesbezüglich auch persönlich. Gefragt wurde aber auch nach der Präsenz der neonazistischen Partei NPD im Landtag. Beide Abgeordneten bedauerten die Tatsache, dass die NPD im Landtag vertreten sei und versicherten uns, dass die demokratischen Parteien mit ihr in keiner Weise zusammenarbeiten würden. Beide äusserten ferner die Bereitschaft, Schulen auf tschechischer Seite der Grenze zu besuchen und dort über ihre politischen Erfahrungen zu sprechen.

Gestärkt an Geist und Körper gingen wir dann zu Fuss quer durch das Stadtzentrum zum Deutschen Hygienemuseum, wo eine tschechischsprachige Führung verabredet war. Das Museum bietet aufwendig gestaltete Einsichten in viele Bereiche der Humanbiologie und ist eine unerschöpfliche Quelle von Informationen und interaktiven Attraktionen. Die zwei Stunden, die für die Museumsbesichtigung zur Verfügung standen, waren bald um und kurz nach fünf fuhren wir, voll von neuen Eindrücken, mit unseren Bussen gen Süden los, in unsere Heimatstädte.
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