Pilotprojekt des Collegium Bohemicum

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Collegium Bohemicum

"Alles besser" - Neue Impulse für junge Demokraten

1. – 2. 4. 2011, Dresden, Brücke-Most Stiftung

26.04.2011 15:14, gelesen 319x | Zurück zu den News
Ein gutes Dutzend engagierter Pädagogen überwiegend jüngerer Jahrgänge aus tschechischen Grundschulen und Gymnasien kam am ersten Wochenende im April nach Dresden, um an einem Workshop teilzunehmen, dessen Zweck intensive Arbeit und Diskussion zu Themen aus der Geschichte deutsch-tschechischer Beziehungen war. Der Titel der Tagung "Alles besser" - hing nicht nur mit der Tatsache zusammen, dass das Treffen am Nachmittag des 1. April begann, und beinhaltete nicht nur eine Anspielung an einen seinerzeit sehr populären satirischen Deutschkurs des tschechischen Fernsehens, sondern drückte auch eine ernste Absicht aus, nämlich den Wunsch, die Bedingungen, unter denen Grund- und Mittelschüler in Tschechien deutsche Elemente in der Geschichte ihres Heimatlandes kennenlernen, zu verbessern.

Der Untertitel des Seminars ("Neue Impulse für junge Demokraten") weist auf das Ziel des Projekts hin - praktisch geht es darum, mittels ungewöhnlicher pädagogischer Anregungen jungen Leuten in tschechischen Grund- und Mittelschulen, die eine der wichtigsten Zielgruppen der in Ústí nad Labem (Aussig) entstehenden ständigen Ausstellung über die Geschichte der Deutschen in den böhmischen Ländern darstellen, den Zusammenhang zwischen deutsch-tschechischen Beziehungen in der Vergangenheit und der Entwicklung einer demokratischen politischen Ordnung in den Ländern der böhmischen Krone nahezubringen. Der Schwerpunkt des Gesamptprojekts und des Dresdener Seminars liegt deshalb im 20. Jahrhundert. Ihm war auch der einführende Vortrag von Peter Brod gewidmet, bei dem es um die Sicht deutscher Historiker auf die Tschechoslowakische Republik der Zwischenkriegszeit ging. Am Freitagabend und Samstagvormittag folgten dann "Werkstattgespräche" - Probestunden, in denen die teilnehmenden Lehrer die Rolle von Studenten übernahmen und Unterrichtseinheiten ausprobieren konnten, die im Rahmen der "Schule der demokratischen Erziehung" entstanden waren. Dabei konnten die Pädagogen aus einem breiteren Angebot wählen. Ihr Interesse konzentrierte sich auf methodische Unterlagen zur Lage in den Grenzgebieten der böhmischen Länder im Schicksalsjahr 1938. Unter der Leitung ihres Autors, Roman Anýž von der Dr.-J.-Malík-Grundschule im ostböhmischen Chrudim, der als externer Didaktik-Experte unseres Projektes wirkt, konnten die Teilnehmer einige Methoden ausprobieren, welche die inhaltliche Vielfalt der Unterrichtsstunden und ihre Attraktivität für junge Leute garantieren sollen. Eine wichtige Rolle spielten dabei ausdrucksstarke Texte, die Interpretation verscheidener Arten visuellen Materials und die Unterstützung von Kommunikation innerhalb der Klasse.

Die Tagung fand bei schönem Frühlingswetter im gastfreundlichen Anwesen der Brücke-Most-Stiftung statt, von dem aus sich ein herrlicher Blick auf die Elbe ergibt. Die Schönheiten von "Elb-Florenz" konnten die Kursteilnehmer aus Prag, Podbořany (Podersam), Chomutov (Komotau), Teplice (Teplitz), Krupka (Graupen), Šumperk (Mährisch Schönberg) und Plzeň (Pilsen) kurz während der Fahrt zum Hygiene-Museum geniessen, einer der bekanntesten Touristenattraktionen der sächsischen Metropole. Man könnte meinen, die Biologie des Menschen, die von dieser Institution in verschiedensten Ausprägungen dargestellt wird, hänge nicht direkt damit zusammen, was die tschechischen Lehrer nach Dresden gebracht hat, doch spätestens in jenen Abteilungen, die den Rassentheorien der Nationalsozialisten sowie der Euthanasiefrage gewidmet sind, wurde allen die Notwendigkeit einfallsreicher Erziehung junger Menschen zur Demokratie wieder bewusst.
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